Ichthyophthirius multifiliis

Es gibt keine Fischkrankheit, die von den Aquarianern mehr gefürchtet wird als der Ichthyophthirius. Hier haben wir es mit der am meisten verbreiteten Hälterkrankheit der Fische zu tun, und wenn man nicht aufpasst, dann kann ein ganzer Aquarienbesatz innerhalb weniger Tage verloren sein. Dabei erkennt man die Erreger sehr leicht, denn auf den Flossen und Körpern zeigen sich große, weiße, rundliche Punkte von 0,5 bis 1 mm Durchmesser. Manchmal sieht es aus, als sei der Fisch mit Grieß überstreut, aber dann ist der Befall so stark, daß kaum noch ein Gegenmittel nutzt. Manchmal scheuern sich die Fische, wenn der Befall stärker wird, an Pflanzen und Steinen. Entdeckt man an einem Fisch auch nur einen einzigen Punkt, dann achte man auf den Bestand. Selbst wenn der Punkt in ein paar Tagen nicht mehr zu sehen ist, bedeutet es noch nicht, daß die Krankheit erlosch. Der Erreger ist nur auf den Boden gefallen und entwickelt sich hier durch Teilung weiter. So kann es innerhalb einer Woche dazu kommen, daß alle Insassen des Aquariums von Ichthyophthirius befallen sind. Es entwickeln sich ständig und in steigendem Maße neue Erreger, und der Ausgang der Krankheit wird tödlich. Selbst wenn die Fische die Krankheit überleben, können nun andere Infektionen Angriffspunkte finden. Falls Sie Zeit und Geld investiert haben, um ein schönes Aquarium mit wunderschönen Fischen zu erhalten – egal ob im Restaurant zum Speisen oder zu Hause für Sie zum Bewundern oder während Sie TV schauen – dann möchten Sie, dass diese so gesund wie möglich sind. Die Anzeichen verschiedener Krankheiten in einem frühen Stadium zu kennen, kann Ihnen wirklich helfen das allerschönste Aquarium zu bewahren.
Der Parasit ist ein einzelliges Wimpertierchen, das unter der Schleimhaut des Fisches liegt. Unter dem Mikroskop erkennt man den Erreger sofort an seinem hufeisenförmigen dunkleren Zellkern. Das Tier selbst ist rund und bewegt sich mit Hilfe seiner Wimpern fort. Kreisende Bewegungen sind typisch für Ichthyophthirius, im Gegensatz zu dem ähnlich aussehenden Oodinium. Nach einiger Zeit bohrt sich der Parasit von der Haut des Fisches oder von dessen Kiemen durch die Schleimhaut und fällt auf den Boden, wo er sich in hunderte von winzigen Schwärmern teilt, die sofort umherschwimmen und neue Fische suchen. Wenn sie keinen Wirt finden, dann sterben sie in der Regel nach wenigen Tagen ab. Man kann den Parasiten kaum bekämpfen, wenn er im Fisch eingebettet ist. Dagegen sind die Schwärmer leicht anzugreifen, wenn sie frei schwimmen. Man gibt also ein Medikament ist das Wasser, das die Schwärmer tötet. In den Fachgeschäften erhält man viele wirkungsvolle Mittel, aber man muss darauf achten, daß man die Länge der Einwirkungszeit auch beherzigt.
Die meisten Medikamente sind für Pflanzen nicht ungefährlich. Deshalb sollte man die Fische während der Behandlung in ein besonderes Aquarium setzen. Im Stammaquarium verschwinden die Erreger nach wenigen Tagen, weil sie keinen neuen Wirt finden. Um kein Risiko einzugehen, sollte man 14 Tage warten, ehe man die gesunden Fische zurück setzt. Es gibt auch Mittel, welche die Pflanzen nicht angreifen; leider wissen wir zu wenig über dessen Wirkungsbereich. Manchmal verschwindet der Ichthyophthirius von allein. Aber oft bricht er dann bei sich verschlechtenden Aqarienverhältnissen wieder aus.
Da Süßwasserkrankheiten nicht auf Seewassertiere übergreifen, kann man von dieser Krankheit befallene Fische einige Zeit in brackigem oder salzigem Wasser halten, wenn die Fische das vertragen.
Der sogenannte Seewasser-Ichthyophthirius ist eine ganz andere Krankheit, wenn auch die Symptome denen der Süßwasserform gleichen. In der Regel ist diese Krankheit nicht tödlich. Der Kreislauf des Parasiten, der mit lateinischem Namen Cryptocarion heißt, ist kürzer. Die normalen Medikamente gegen den Süßwassererreger wirken im Seewasser nicht besonders.

Tipps: Fisch