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Mein erstes Meerwasser-Aquarium

Ein kleines 54-Liter-Aquarium, welches ich jetzt seit ca. 1 Monat mit Meerwasser und ein paar lebenden Steinen besetzt hab. Ich warte noch auf 5kg lebende Steine von Zoo Zajac, die aufgrund der Witterungsverhältnisse noch nicht abgeschickt worden konnten. Etwa 2 kg Gestein ist schon drin. So, nun die ersten Bilder vom Becken:

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Ein kleiner, rot-weißer, 7-armiger Seestern (??). Mindestens 2 von denen krabbeln durch das Aquarium, ich hab leider keine Ahnung was das für eine Art ist. Wäre toll wenn mir das jemand verraten könnte.

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Ein großer Röhrenwurm den ich mir gestern bei Zoo Knutzen in Kiel gekauft habe.

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Drei kleine Anemonen, jeweils etwa so groß wie ein 5-Mark-Stück (die Älteren werden sich erinnern, wie groß das ist). Ich hoffe die wachsen bei mir gut heran.

Daneben ist noch ein Oshima-Porzellankrebs eingezogen, der sich leider noch nicht in einer Foto-tauglichen Pose gezeigt hat.

Technik:
1 Arcadia Meerwasser-Röhre (also für Meerwasser-Verhältnisse recht wenig, es können keine lichthungrigen Tiere rein)
1 Korallia-Strömunspumpe
1 Regelheizer

KEIN Abschäumer. Ich möchte ungern im Wohnzimmer eine Membranpumpe haben, weil ich den Geräuschpegel fürchte. Ich muss nochmal schauen, ob ich etwas geeignetes finde.

Wenn die restlichen lebenden Steine angekommen sind werd ich noch etwas mehr über den weiteren Besatz schreiben.

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Turmdeckelschnecken im Salzwasser

Ich habe ein 54l-Aquarium von mir, welches zuvor als Aufzuchtaquarium für Lebendgebärende (Guppys, Platys) genutzt habe, auf Seewasser umgerüstet. Eine kleine Ecke vom alten Kies hab ich drin gelassen, und feinen Korallenbruch als Bodengrund darüber geschüttet. Nun lief es 2 Wochen mit Seewasser, und mir ist aufgefallen: Einige kleine Turmdeckelschnecken scheinen als blinde Passagiere drin geblieben zu sein. Sie kriechen putzmunter durch das Aqaurium.
Scheinbar sind Turmdeckelschnecken im Meerwasser auch ganz gut aufgehoben. Wäre vielleicht interessant zu sehen, ob es dauerhaft auch klappt, aber ich hab nun hoffentlich alle rausgesammelt und sie in mein Pflanzenaquarium im Wohnzimmer angesiedelt. Denn dadrin haben sie ja nun wirklich nichts zu suchen. Aber anpassungsfähig sind die kleinen offensichtlich sehr….

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Zylinderrosen

Zylinderrosen kommen im Meer nur als einzeln stehende Blumentiere vor, sind also keine koloniebildenden Arten, obgleich man sie oft dicht beieinander stehend finden kann. Der Körper der Zylinderrose läuft zum Ende hin leicht spitz zu. Er steckt in einer sogenannten Wohnröhe, die das Tier selbst aus Sand und einer Schleimabsonderung gebildet hat. Diese Röhre kann, je nach Art, enorm lang werden (über 1 m). Die Zylinderrose kann bei Gefahr blitzschnell in dieser Röhre Zuflucht nehmen, wobei auch die Tentakel nicht ein- sondern zurückgezogen werden. Wer je eine solche Anthozoe im Meer erbeuten wollte weiss, wie schnell die Tiere reagieren können. Zur Haltung von einer oder mehrerer Zylinderrosen benötigt man im Aquarium einen nicht zu flachen Sandgrund, in den das Tier seine Röhre eingraben kann. Die meisten Aquarianer werden hier vorsichtig nachhelfen und das lederartige Gebilde schon leicht eingraben. Damit die Rose auch später aufrecht steht, kann man ihren oberen Röhrenausgang an einen mehrere Zentimeter hohen Stein lehnen. Eingewöhnte Tiere schaffen sich ihren Standplatz nach eigenem Gutdünken. Bei der Platzierung des Tieres ist darauf zu achten, dass die Zylinderrose nicht direkt in die Strömung gebracht wird. Sie mag eher ein ruhig bewegtes Wasser. Bei Unbehagen kann das Blumentier ganz aus seiner Röhre schlüpfen und ist dann nicht wieder hinein zu bekommen. Nun können Probleme beginnen! Ist die Strömung zu stark, “schwebt” der Körper direkt in den Filtertopf und ist in den meisten Fällen damit verloren. Da das natürlich auch während der Abwesenheit des Pflegers geschehen kann, muss man seine “Blumen” ständig im Auge behalten. Natürlich können sich Zylinderrosen auch einmal für ein paar Tage vollends zurückziehen. Sie legen dann eine Ruhepause in der Futteraufnahme ein und wollen nicht gestört werden. Beim Kauf der Tiere achte man darauf, dass sie weder verletzt sind und sich nach dem Fang aus dem Händlerbecken ganz in der Röhre befinden. Tiere, die aus der Röhre streben, sollte man nicht erwerben; ebenso keine, deren Körper eine Verletzung aufweist. Zylinderrosen ernähren sich in der Natur von planktonähnlichem Futter, dass sie nachts, wenn ihr Körper weit aus der Wohnröhre tritt, mit den weit ausgebreiteten Tentakeln erbeuten. Hierbei sind die langen Außententakel in erster Linie für den Fang des Futters eingerichtet, während diese die Beute dann wieder an den kürzeren, den Mundtentakeln, abstreifen. Am Tage ernährt sich das Tier auch von verschiedenen Kleinkrebsen. In Gefangenschaft macht die Ernährung der Zylinderrose erstaunlicherweise keine großen Schwierigkeiten.

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Blumentiere

Bekannte Blumentiere des Mittelmeeres und der Nordsee wie auch des Atlantiks sind die Erdbeerrose (Actinia equina), die Sonnenrose (Cereus pedunculatus), die Schmarotzerrose (Calliactis parasitica) sowie die nur in den kalten Meeren vorkommenden Seenelken (Familie Metridiidae). Andere Arten zeigen durch gleichzeitiges Vorkommen im Mittelmeer wie auch in den Randgebieten tropischer Meere, das sie eher zum warmen Wasser tendieren. Zu ihnen gehört die als reines Mittelmeertier bekannte Goldrose (Condylactis aurantiaca); ebenso kann man die verschiedenen Glasrosenarten der Familie Aiptasiidae dazurechnen, die ja sogar in manchen tropischen Aquarien zur reinen Plage geworden sind, da sie sich übermäßig vermehren und kaum noch aus dem Becken zu entfernen sind.
Eine weitere Ordnung der Hexacorallia bilden die Zylinderrosen (Ceriantharia). Hier haben wir es wohl mit dem verbreitetstem Tier unter den Wirbellosen zu tun, wenn man seine aquaristische Haltung und deren Erfolg im Auge hat. Zugegeben, Zylinderrosen sind nicht immer ganz billig, aber sie entschädigen ihren Pfleger durch relative Anspruchslosigkeit wie durch Langlebigkeit. Jeder Besucher des Aquarianers ist fasziniert von der zauberhaften Wirkung, die von einem solchen Blumentier im Aquarium ausgeht.

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Anemonen

Von den verschiedenen Anemonenarten sind die bekanntesten wohl die Mitglieder der Gattung Stoichactis. Sie haben die längsten und elastischsten Tentakel, weshalb sie, bei einem Angebot mehrerer Vertreter unterschiedlicher Gattungen von den Anemonenfischen den Vorzug erhalten. Frisch importierte Tiere stehen prall im Wasser und haben eine braun-rosa bis grünliche Färbung. Blasse, weißliche Tiere sollte man tunlichst nicht erwerben: Sie haben während des Transports eine zu lange Dunkelperiode überstehen müssen, und ihre Zooxanthellen sind daher abgestorben. Diese Stoichactis-Arten besitzen Tentakel von etwa 6 cm Länge. Sie sind an ihren Enden nur wenig knotig und nesseln nur schwach. Ihr recht kompakter und fleischiger Körper braucht ein gutes Versteck, weshalb man den Tieren einen Platz mit Spalt zwischen zwei stabilen Gesteinsstücken anbieten soll. Bei vermeintlicher Gefahr ziehen sie sich dann dorthin zurück. Im Aquarium werden sie nicht älter als zwei Jahre, wobei dann aber schon die Zeit des Schrumpfungsprozesses berücksichtigt ist.
Die Vertreter der Gattung Discosoma sind den meisten Aquarianern unter dem Begriff “Riffanemonen” bekannt. Ihre Futteransprüche gleichen denen der vorgenannten Stoichactis-Arten, und auf längere Sicht gesehen sind sie ebenso hinfällig. Sie bilden Arten mit kürzeren, ja teilweise sehr kurzen Tentakeln. Die Tiere können sehr kräftig bunt gefärbt sein. Man findet Exemplare in grüner, blauer sowie violett-roter Färbung, aber auch welche, die hellbeige, fleischfarben und rein weiß sind. Sie leben in ihrem natürlichen Biotop ebenfalls in Gesteinsspalten, jedoch eher in Sandbodennähe. Diese Öffnungen im Gestein bieten ihnen großen Schutz, da sie sich sehr weit darin zurückziehen können. Um diese Tiere im Meer zu erbeuten, muss man sich schon einer besonderen List bedienen, sonst kann man dieses Unterfangen bald aufgeben. Da auch diese Tiere als typische Riffbewohner viel Luft und Licht benötigen und auch auf eine kräftige Strömung nicht verzichten wollen, wird der Pfleger sind entsprechend platzieren müssen. Tut er das nicht, macht sich das Tier selbstständig und sucht sich einen neuen Platz, der dann aber meist dem Aquarianer nicht “in den Gesamteindruck passt”, denn für ihn ist die Anemone ja ein Dekorationsstück – leider oft nicht mehr! Nachts wird die Riffanemone dann bisweilen riesig-groß und streckt ihren Körper lang ausgezogen dem Plankton entgegen, auf das sie im Aquarium vergeblich warten muss. Strahlt man die Tiere jetzt an, zieht sich die Anemone in wenigen Augenblicken auf die Tagesgröße zurück. Auch diese Gattungsmitglieder sind gern angenommene Symbiosepartner der Amphiprioniden, doch auch hier gilt das eingangs gesagte: Geben Sie nur kleine Fische zu den Anemonen, wenn Sie an den Blumentieren längere Zeit Freude haben wollen!
Radianthus-Arten lassen sich verhältnismäßig gut halten, obgleich auch bei ihnen die anfänglich kräftige Färbung mit der Zeit verblasst. Ihre Tentakel sind wieder etwas länger als die der Discosoma-Verwandten. Radianthus- wie auch Discosoma-Arten werden gern von bestimmten Garnelen und Krabben bewohnt, die ebenfalls mit den Blumentieren in Symbiose leben, unabhängig davon, ob sich Anemonenfische ebenfalls noch in die Gesellschaft einfinden oder nicht. Besonders die kleine Porzellankrabbe Petrolisthes oshimai und die bekannte Anemonengarnele Periclimenes brevicarpalis sind den Aquarianern bekannt, da sie am häufigsten importiert werden. Von den verschiedenen Anemonenarten sind die wenigsten den Aquarianern einzeln bekannt, da ihre Ähnlichkeit zu Verwechslungen führt. Lediglich die Art Radianthus malu, ein weißes Tier mit lila-blauen Tentakelspitzen, das häufig zusammen mit der erwähnten Anemonengarnele gehalten wird, ist mit Artennamen bekannt geworden. All die bisher erwähnten Aktinien stammen aus dem indopazifischen Raum und dem roten Meer, doch kommen aus dem Bereich des karibischen Meeres und des anschließenden tropischen Atlantiks einige Anemonenarten zu uns, die meist unter dem Sammelbegriff “Florida-Anemonen” gehandelt werden. Sie haben dickere Tentakel und werden, obgleich aus diesem Gebiet das Vorhandensein von Anemonenfischen nicht bekannt ist, von diesen Fischen angenommen. Das ist aber fast immer nur dann der Fall, wenn sich keine indopazifischen Anemonen im Aquarium befinden.
Natürlich lassen sich auch Bewohner des Mittelmeeres und der Nordsee wie des Atlantiks im Aquarium halten. Dabei soll man sich allerdings vor falscher Gesellschaft der Tiere hüten. Da bekanntlich in diesen Meeren nicht nur eine andere Wassertemperatur, sondern auch teilweise eine andere Dichte (Salzgehalt) herrschen, können Tiere, die in ein Becken mit falschen Werten gebracht werden, sehr bald eingehen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass – ganz abgesehen von tropischen Aquarien bei durchschnittlichen Haltungstemperaturen von etwa 25C C – man grundsätzlich auch zwischen Mittelmeer- und Nordseebecken vor allem in der Haltungstemperatur unterscheiden muss. Dabei ist nicht einmal bekannt, welche Mindest- und Höchsttemperaturen Tiere aus dem Mittelmeer vertragen, doch sollte man davon ausgehen, dass man ein Mittelmeeraquarium während des Winters nicht in einem ungeheizten Raum lassen kann, wogegen Nordseetiere (Anemonen und hier besonders die Familie der Seenelken) während der Sommermonate nicht bei normaler Raumtemperatur, also ohne ungekühltes Wasser, überleben können. Ausnahmen mögen hier möglich sein, doch sollte man sich nicht darauf verlassen. Wasserkühlung ist schwieriger und in der Regel teurer als eine Erwärmung, weshalb man sich zumindest die Haltung von Nordseetieren sorgfältig überlegen und die technischen Möglichkeiten abschätzen sollte.

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Manteltiere

Zu den aus diesem Stamm (Tunicata) gepflegten Tieren gehören in erster Linie die Seescheiden (Klasse Ascididacea). Meist werden in Europa Exemplare aus dem Mittelmeer gehalten. Sie sitzen stets auf einem Substrat fest und haben einen sackförmigen plumpen Körper. Sie sind Filtrierer, die ihr Futter zusammen mit dem Atemwasser einfahren. Dazu bedienen sie sich zweier Öffnungen: Der Einfuhr- und der Ausfuhröffnung. Während das Wasser durch die obere, etwas größere Öffnung aufgenommen wird, verlässt es den Körper wieder durch die kleinere seitliche Öffnung. Da tropische Arten nur selten eingeführt werden, greifen einige Aquarianer auf die bekannte Rote Seekanne (Halocynthia papillosa) zurück. Man kann die Tiere häufig in ruhigeren Zonen antreffen, dort, im Bereich der Caulerpa-Wiesen, in denen man auch Röhrenwürmer und Zylinderrosen findet. Die “Kannen” werden bis zu 10 cm hoch und sind häufig leuchtend rot. Dazwischen gibt es aber auch hellere Tiere. Ähnlich und auch rötlich gefärbt sind die Lederseescheiden Cynthia dura (= Pyura squamulosa) und Microcosmus sulcatus, die beinahe doppelt so hoch wie die erstgenannte wird.

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Griffelseeigel und Kletterseeigel

Zur Familie Echinometridae werden von den bekannten Arten die Griffelseeigel und die Kletterseeigel gezählt. Sicherlich ist der groß werdende Griffelseeigel Heterocentrotus mammillatus den meisten Aquarianern bekannt, doch halten die Tiere nur in Becken mit reichlichem (!) Algenwuchs eine Zeit lang aus. Die Tiere machen ihrem Namen alle Ehre, da man mit ihren dicken Kalkstacheln tatsächlich, wie mit einem Griffel, auf einer Schiefertafel schreibe kann. Der Körper der Tiere kann weißlich oder rostbraun sein; die Griffel dagegen sind immer rotbraun. Der Igel baut im weichen Kalkriffgestein regelrechte Wohnhöhlen, die er mit Hilfe seiner kräftigen Stacheln ständig vergrößern kann. Die Tiere nehmen auch Futtertabletten als Zusatznahrung.
Die so genannten Kletterseeigel gehören der Gattung Echinometra an und haben normale Stacheln. Bekannt sind in der Hauptsache die Arten Echinometra mathaei und Echinometra lucunter, von denen der letztgenannte weiß-graue, der andere violett-braune Stacheln hat. Diese Riffbewohner sind gute Algenfresser, die ständig durch das Aquarium wandern und dabei lange Freßspuren hinterlassen.
Natürlich ist es hier nicht möglich, alle vorkommenden Seeigelarten aufzuführen. Die hier genannten sind die bekanntesten und hauptsächlich importierten. Wer Seeigel pflegen will, braucht in erster Linie ein alt eingerichtetes Becken, in dem Algen in reichlichem Maß wachsen. Es hat keinen Sinn, Igel in einem neu eingerichtetem Aquarium ansiedeln zu wollen. Bitte berücksichtigen Sie das, auch wenn Ihr Herz begreiflicherweise den schönen kleinen Tieren zugewandt ist. Einige Monate später werden auch Sie ein veralgtes Becken besitzen und die Tiere anschaffen können.

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Giftzangenseeigel

Giftzangenseeigel aus der Familie Toxopneustidae sind sehr interessante Pfleglinge. Sie tragen zusätzlich zu ihren Greifzangen noch kleine Giftzangen, die mit einer Giftdrüse in Verbindung stehen und in erster Linie zum Beute machen verwendet werden. Da die meisten Pfleger Seeigel grundsätzlich nicht mit den Händen berühren und zum Umsetzen nur Behälter verwenden, kommen sie mit diesen Zangen auch nicht in Berührung. Ein Biss soll recht schmerzhaft sein und in der Wirkung dem eines größeren Insekts nahe kommen. Die Igel sind sehr gut haltbar und haben die Eigenheit, sich mit allen möglichen Gegenständen zu tarnen, indem sie sie entweder mit sich tragen (Steine, Muschelschalen) oder sie wie Stoffbahnen um ihr Stachelkleid wickeln (Caulerpa-Blätter). Allein aus diesem Grund haben sie in wenigen Tagen eine Pflanzung von Blattalgen arg verrupft.
Bekannteste unter den verschiedentlich eingeführten Arten ist zweifellos Tripneustes gratilla, der aus dem Indopazifik stammt. Die meist rot und weiß vertikal gebänderten Igel können bei guter Beckenveralgung sehr schnell heranwachsen und dabei Größen von 8 cm erreichen. Ihre Eingewöhnung kann zuweilen einige Schwierigkeiten machen, wie auch ältere Pfleglinge offenbar schon bei geringer Strömung plötzlich und ohne ersichtlichen Grund ihren Geist aufgeben. Zur gleichen Familie gehört der im Mittelmeer beheimatete Sphaerechinus granularis, der eine violette Färbung aufweist. Die Tiere haben nur kurze Stacheln von wenigen Zentimetern Länge, werden jedoch recht groß und erreichen ausgewachsen gut und gern 12 cm, was für die meisten Aquarien schon zu viel ist. Auch sie ernähren sich überwiegend von Algen und nehmen außerdem gelegentlich Tablettenfutter als Zusatzkost.
Aus der Karibik kommt ein naher Verwandter, der Grüne Seeigel Lytechinus variegatus, der aber auch in bräunlichen Tönungen vorkommt. In meinen Becken haben sich die Tiere einen Stammplatz in Form einer Seitenwand ausgesucht. Sie erweisen sich als ausgesprochen ortstreu, schleppen alles mögliche vom Bodengrund zur Tarnung mit sich herum und weiden stets nur diese eine Wand ab, gelegentlich auch mal ein Stück der benachbarten Aquarienscheibe oder des Bodengrundes. Ersatzfutter wurde nie gereicht, aber sie haben trotzdem schon “einjährigen Geburtstag” im Aquarium gehabt.

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Langstachler

Aus der Familie der Langstachler (Arbacidae) finden wir immer einige Arten in den Händlerbecken. Sie tragen keine Pedicellarien und leben in ihren Heimatgewässern überwiegend kolonieweise in der Brandungszone. Der aus der Karibik und dem tropischen Atlantik stammende Arbacia punctulata ist durchweg schwarz, hat einen etwa 4 cm großen Körper mit etwa 5 cm langen kräftigen Stacheln, die nicht so nadelspitz sind wie die der Diademseeigel. Die Tiere laufen mit den kürzeren Laufstacheln, die sich an der Körperunterseite befinden. Mit Hilfe ihrer Saugfüßchen können die Tiere auch die Aquarienwände erklimmen, von denen sie gern kurze Algenrasen abweiden. Auch sie nehmen nur bestimmte Algenarten, langfadige Grünalgen z. B. lassen sie achtlos stehen. Den ganzen Tag über sind sie aktiv und bilden mit ihrem langstieligen Stachelkleid ein stets gut sichtbares Anschauungsmaterial, wenn man mehrere Exemplare im Becken hält. Aus dem Mittelmeer kommt ein naher Verwandter, Arbacia aequituberculata. Er ist etwas flacher gebaut und ebenfalls schwarz, erreicht dafür an seiner breitesten Stelle einen größeren Umfang.

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Lanzenseeigel

Lanzenseeigel (Familie Cidariidae in der Ordnung Cidaroidae) tragen dicke und auch recht lange Stacheln, die weniger dem Schutz dienen, sondern vielmehr zum Einklemmen in einem Felsenversteck. Die großen Hauptstacheln sind durch kleinere, in Büschen stehenden Nebenstacheln soweit geschützt, dass kein Feind so schnell an die größeren Räume zwischen den Hauptstacheln gelangen kann. Trotz ihrer Stärke brechen auch diese “Lanzen” sehr schnell ab und können im Aquarium meist wegen des begrenzten und einseitigen Futteraufkommens nur unvollständig oder gar nicht regeneriert werden. Räuberische Seesterne vergreifen sich gern an diesen Seeigeln, wobei sie unter Umgehung der Hauptstacheln an den Körper gelangen und ihn leer fressen.
Im Aquarium lassen sich die Igel bald an Ersatzfutter gewöhnen und nehmen natürlich auch totes Fleischfutter gern an. Wenn sie sich im Becken bewegen, so bleiben sie dabei fast ausschließlich im Schutz der Felsenregion und klettern nicht an den Aquarienwänden empor. Allerdings kann es bei ihren Klettereien an der Dekoration vorkommen, dass nicht fest sitzende Aufbauten eines guten Tages polternd zusammenstürzen. Hier sei also zu entsprechenden Maßnahmen geraten.
Zwei Arten werden hauptsächlich eingeführt: Der braun-grünliche Dorocidaris cidaris, der im Mittelmeer und im östlichen und mittleren Atlantik beheimatet ist, sowie der buntere tropische Prionocidaris baculosa, der einen rostroten Körper hat und braun-grüne “Lanzen”, die an ihren Basen ebenfalls noch rötlich gefärbt sind. Besonders die letztgenannte Art kann man in manchen Wirbellosenbecken finden, wo sich die Tiere gut und ausdauernd halten. Gelegentlich werden unter der Bezeichnung “Keulenseeigel” kleine, unscheinbar grün-graue Tiere mit stufenförmig abgesetzten, ja keulenartig sich zur Spitze hin verdickenden Stacheln angeboten, die ebenfalls in die Familie der Lanzenseeigel gehören. Sie führen auch im Aquarium ein verstecktes Dasein. Diese Ctenocidaris-Art, deren Exemplaren mir nie in Größen über 6 cm begegnet sind, tarnen sich so gut, dass man sie wirklich beinahe “mit der Lupe” suchen muss. Sie stellen keine Ansprüche und leben unauffällig, da beinahe unsichtbar, im Aquarium.

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