Kopffüßer (Klasse Cephalopoda) werden zuweilen auch in Heimaquarien gepflegt. Zu ihnen gehören die Kalmare, Tintenfische und Kraken, die häufig etwas durcheinander gebracht werden. Obgleich zu einer Tiergruppe gehörend, wird manchen dieser Tiere gelegentlich viel menschliches nachgesagt. Wenn man ihr natürliches Leben im Meer betrachtet, kann man bei oberflächlicher Beurteilung schon einige Parallelen feststellen. Da ist zuerst einmal das große Gehirn, das den Tieren zu einer gewissen Lernfähigkeit verhilft. Aquarientiere lernen beispielsweise bald, die Abdeckscheibe mit Hilfe ihrer Saugfüße zur Seite zu schieben (Octopus), wobei sie erstaunliche Kräfte entwickeln. Die Scheibe muss also gesichert werden. Das Auge gestattet ihnen ein dreidimensionales und farbiges Sehen. Kopffüßer sind außerdem mit einem Gebiss ausgestattet, wie wir es ähnlich auch von muschel- und schneckenknackenden Arten (Kugelfische, Igelfische usw.) kennen. Dieses Gebiss erlaubt den Tieren, sich im Aquarium über beinahe alles her zu machen, womit gesagt ist, dass man diese Pfleglinge nur einzeln halten kann, will man nicht den Rest niederen und höheren Lebens verlieren. Kopffüßer sind getrennt geschlechtlich, wobei bei den männlichen Tieren das Geschlechtsorgan aus einem Arm abgewandelt wurde. Die Kopulation (geschlechtliche Vereinigung) erfolgt nach stürmischen Vorspiel, bei dem sich die Tiere umschlingen. Die Tiere stellen sich nach dem Fang meist als sehr transportanfällig heraus, was wegen ihres hohen Sauerstoffbedarfs bei größeren Entfernungen problematisch werden kann. Die meist ausgestoßene “Tinte” verdirbt das Wasser dann noch zusätzlich.
Die Haltung von Tintenfischen ist hingegen nicht schwierig. Man muss ihnen, den Ansprüchen gemäß, einen höhlenartigen Unterschlupf einrichten, in den sie sich nach Belieben zurück ziehen können. Da sie liebend gern Muscheln verzehren, kann man ihnen – etwa in den Monaten Oktober bis März – wenn es auch im Binnenland Miesmuscheln zu kaufen gibt, diese Schalentiere frisch reichen. Dieses Futter lässt sich auch einfrieren, muss dann aber vorher voll aufgetaut werden. Außerdem kann man die Tintenfische schnell an Krabben, Garnelen, Fischfleisch und Muskelfleisch (Herz) von Warmblütern gewöhnen. Das Herz muss jedoch in feine Streifen zerlegt werden.
Man unterteilt die Tintenfische in die beiden Gruppen der Ordnungen Decabrachia (= zehnarmige Tintenfische) und Octobrachia (= achtarmige Tintenfische). Zu den zehnarmigen Arten gehören die Sepia-Arten und die Kalmare, bei denen von den zehn Kopffüßen acht ohne Saugapparate ausgerüstet sind. Nur zwei Arme tragen ein löffelartiges Vorderende das einziehbar und mit Saugnäpfen besetzt ist. Sie tragen eine starke innere Schale, den Schulp (Sepiaschale), der ja auch im Zoogeschäft zum Schnabelwetzen für unsere Ziervögel angeboten wird. Interessanter für den Aquarianer sind die achtarmigen Tintenfische (Octopoda). Sie scheinen tatsächlich nur aus Kopf und Füßen zu bestehen. Im Gegensatz zu den vorgenannten Arten tragen sie keine Innenschale. Ausgewachsene Tiere können eine Länge von 80 cm erreichen. Auch die Fabeltiere, über die manches Seemannsgarn gesponnen wurde, gibt es tatsächlich. Sie gehören der Familie Architeuthidae an und werden etwa, bis einschließlich ihrer beiden superlangen Fangarme, fast 20 m lang. Von den Arten, die für das Aquarium interessant sind, kommen bei den Sepien die 20 – 40 cm groß werdende Sepia officinalis und die Zwergsepia Sepia rondeleti in Frage. Letztere wird nur etwa 6 cm lang. Das Problem bei diesen Arten liegt in der Eingewöhnung. Abgesehen davon, dass die Tiere bei Erregung schnell ihre Tinte ausstoßen, die das ganze Aquarienwasser verfärben kann, machen sie auch bei Panik gelegentlich von ihrer Rückstoßeinrichtung Gebrauch, bei der sie Körperwasser ruckartig durch einen unter dem Hals liegenden Trichter nach außen pumpen. Sie streben dann sehr schnell rückwärts durchs Becken, wobei die Gefahr besteht, dass der innen liegende Schulp gegen die Aquarienwand stößt und dabei das Körperende durchbohrt – eine Verletzung, die nur schlecht verheilt und den Tieren zu schaffen macht. Bekanntester und den achtarmigen Vertretern ist der Gemeine Tintenfisch (Octopus vulgaris) der praktisch an allen warmen und gemäßigten Meeresküsten heimisch ist. Er wird auch am häufigsten in Aquarien gepflegt und ist sogar schon nachgezogen worden. Andere Arten aus tropischen Regionen werden wegen der Transportempfindlichkeit kaum eingeführt. Einer der schönsten, aber auch giftigsten davon ist zweifellos Hapalochlaena maculosa, der Blauringeloctopus. Bei dieser Gelegenheit sei auf die Giftigkeit wie auf die Beißfreudigkeit einiger Arten hingewiesen. Gerade die Mitglieder der Gattung Hapalochlaena, die alle in tropischen Gebieten beheimatet sind, stehen in “schlechtem Ruf”, denn ihre Bisse können gefährlicher sein als die der Skorpionfische.
Archive for » Dezember, 2009 «
Dez 2009
Dez 2009
Huf- oder Gienmuscheln sind weltweit in tropischen und subtropischen Meeren verbreitet. Meist kennt man ihre bizarren und teilweise blütenartigen Schalen, und nur selten findet man lebende Exemplare in Händlerbecken. Interessanterweise sind ihre Schalen nicht so gleichartig und gegenständig gebaut, wie bei den meisten anderen Muscheln. Sie haben eine flachere und gewölbte Schale. Alte Tiere können eine schwere, dicke Schale haben, was natürlich die Frachtkosten bei größeren Exemplaren stark verteuern würde. Die bis etwa 10 cm groß werdenden Tiere sind ähnlich zu ernähren wie die anderen hier vorgestellten Arten. Sie leben in der Natur an Felswänden angewachsen. Bekanntere Arten sind die Mittelmeer-Hufmuscheln (Chama gryphoides), die Florida-Hufmuschel (Chama macerophylla) und die indopazifische Lazarus-Hufmuschel (Chama lazarus).
Dez 2009
Riesen- oder Mördermuscheln gehören zur Familie Tridacnidae, und wer an Muscheln denkt, wird diese imposanten Tiere sicherlich nicht vergessen. Natürlich kann man solche “Brokken”, wie man sie gelegentlich auf Fotos sieht, im Aquarium nicht halten – wohl aber deren Jungtiere, die ja gelegentlich auch eingeführt werden. Auch diese Muscheln sind Filtrierer, die sich von feinstem Futter ernähren. Sie benötigen außerdem einen möglichst hellen Standort, wobei sie nicht unbedingt am Boden stehen müssen, sondern bei höheren Aquarien einen Platz näher an der Wasseroberfläche, im Schutzbereich zwischen Riffgestein oder Korallengerippen erhalten sollten. Die im Mantelrand dieser Tiere lebenden Symbiosealgen benötigen dieses Licht unbedingt und sterben bei zu geringer Beleuchtung ab. Man kann diese wunderschönen Tridacna-Arten über eine gewisse Zeit pflegen, muss sich dann jedoch der Schalenträger durch besondere Fütterung mehr annehmen, als das üblicherweise der Fall ist. Dazu kann man eine Futtermischung wählen, wie sie auf dieser Website bei den Feilenmuscheln angesprochen wurde. Dazu kann man noch tiefgekühltes Plankton anbieten. Bei der letztgenannten Futterart muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass dieses Futter vollständig aufgetaut ist, da es den Weichtieren sonst schadet.
Die zur gleichen Ordnung zählenden Herzmuscheln werden etwa 8 cm groß, sind jedoch noch empfindlicher als die Riesenmuscheln. Die für wärmere Aquarien geeigneten Arten gehören überwiegend zur Gattung Cardium und stammen aus dem Mittelmeer, Atlantik (bis zur westafrikanischen Küste) und sogar aus Nord- und Ostsee. Sie sind in der Natur recht aktive Tiere, die mit Hilfe ihres kräftigen Fußmuskels Hüpfer von beachtlicher Weite durchführen können. Leider sind sie sehr transportempfindlich und kommen daher schon vorgeschädigt in die Aquarien. Bei Anlegung strenger Maßstäbe könnte man sie daher als “für aquaristische Zwecke ungeeignet” bezeichnen. Bekannte Arten aus den erwähnten Gebieten sind Cardium costatum, Cardium echinatum und Cardium tuberculatum. Aus dem indopazifischen Raum wird von Zeit zu Zeit Corculum cardissa eingeführt.
Dez 2009
Limidae und Pectinidae halten sich meist nur eine begrenzte Zeit in alt eingerichteten Becken, in denen natürlich ihre Feinde (in erster Linie die Kissenseesterne und Plattenseesterne, aber auch größere Krebse, bestimmte Fische, einige Schneckenarten und Tintenfische) fehlen müssen. Sie kommen in subtropischen und tropischen Meeresgebieten vor und sind vielen Aquarianern aus dem Mittelmeer bestens bekannt. Hier sei besonders an die Pecteniden gedacht, deren Hälften ja auch heute noch als dekorative Ragout-fin-Schalen bei manchen Essen Verwendung finden. Übrigens: Dass “Muschel” in der englischen Sprache “Shell” heißt, wussten Sie sicher schon, seit Sie ein Auto fahren? Von den Mittelmeertieren, die im tropischen Aquarienwasser etwas heikel sind, kennen wir Pecten jacobeus, die Jakobsmuschel, Pecten maximus, die Große Pilgermuschel und Pecten varius, die Bunte Kammuschel. Ihre Schalen sind strahlenförmig gerippt. Sie sind nicht nur von Menschen, sondern auch von Fischen begehrte Delikatessen. Aus der Karibik wird gelegentlich Pecten irradians eingeführt. Diese karibische Pilgermuschel zeigt neben einer schönen hell- und dunkelbeigen Schalenzeichnung besonders blau schimmernde Augen, die zwischen den kurzen Tentakeln hervorschauen. Aus den gleichen Gewässern stammen meist alle eingeführten Feilenmuscheln (Lima scabra), wogegen man beispielsweise Lima hians, die Feilenmuschel aus dem Mittelmeer nur noch selten erwerben kann. Feilenmuscheln können unerhört dekorativ sein, was besonders für die karibische Art mit ihren langen roten Tentakeln gilt. Sie bedürfen einer ganz speziellen Pflege mit Einzelfütterung, wobei der Futterbrei mit Hefe und Schwebealgen durchsetzt und sehr fein zermahlen sein soll. Ungenügend gefütterte Tiere verhungern in kurzer Zeit. Diese empfindlichen Tropenbewohner dürfen keine Störungen ausgesetzt werden. Bei sorgsamer Pflege können sie über ein Jahr aushalten.
Dez 2009
Muscheln gehören zur Klasse Bivalvia. Ihr Gehäuse besteht grundsätzlich aus zwei Schalen, die am Fuß miteinander verbunden sind. Ein starker Muskel befähigt das Tier, diese Schalen sehr fest gegeneinander zu schließen. Man kennt über 20.000 Arten: viele graben sich ein, andere können durch plötzlichen Ausstoß des Atemwassers tänzerische Hüpfer vollbringen (um auf diese Weise vor Räubern, wie manchen Seesternen, die Flucht zu ergreifen) und wieder andere, wie die Riesen- oder Mördermuscheln, sitzen fest. Alle Muscheln sind Filtrierer, die aus dem Meerwasser Plankton und Detritus ausfiltern und als Nahrung verwenden. Bei vielen Muscheln kann man die Siphonen (Ein- und Austrittsöffnung für das Atemwasser) gut erkennen.
Dez 2009
Nacktkiemerschnecken, Ordnung Nudibranchia, gefallen wegen ihrer teilweise sehr bizarren Gestalt und ihrer teilweise poppig bunten Färbung. Die vielen Arten, die eingeführt werden, machen das Bestimmen oft nicht leicht, weil immer wieder neue, unbekannte Tiere darunter sind. Wir wollen diese schönen Tiere aber nur deshalb pauschal Abhandeln, weil die meisten von ihnen trotz “stolzer Preise” nur ein kurzes Leben in Gefangenschaft haben. Zu ihnen gehören auch die Spezialisten, von denen eingangs, bei der Besprechung der Weichtiere, die Rede war. Sie gehen kaum an Ersatznahrung, obgleich besonders in größeren, alt eingerichteten Aquarien das Futterangebot für diese Tiere eigentlich groß genug sein müsste. Versuche, diese so zart erscheinenden Geschöpfe mit anderen Futterarten, wie z. B. frischen Rogen, zu ernähren, mussten aus Kostengründen aufgegeben werden.
Dez 2009
Murex-Schnecken stellen eine recht umfangreiche Familie dar, deren Mitglieder auch in erster Linie als “Stachel-Schnecken” bekannt sind. Ihre Gehäuse werden hauptsächlich wegen ihres bizarren Aussehens gehandelt und nicht wegen ihrer farblichen Schönheit. Bekanntestes Sammlerstück ist Murex troscheli, deren wunderschönes Gehäuse mit langen Stacheln bewehrt ist. Als Aquarientiere eignen sie sich nicht gut, obgleich sie oft unbewusst in ein Meeresquarium eingeschleppt und nur selten bemerkt werden. Sie leben tagsüber im Sand vergraben und kommen erst bei Dunkelheit an die Bodenoberfläche. Das gilt zwar für alle Arten, doch sind die Liebhaber, die ihre Steine von den Gestaden des Mittelmeeres mitbringen, eher unter den “Importeuren” zu finden. Aus mediterranen Regionen stammt Murex brandaris, die bis zu 8 cm lang werden kann, aus dem Indopazifik die ebenso großen Murex cichoreus und Murex haustellum. Murex brunneus dagegen bleibt hinter diesen Maßen zurück und wird nicht größer als 5 cm. Überwiegend aus den Gewässern des tropischen Atlantiks stammen Murex florifer und die “Rosen-Stachelschnecke” Murex rubidus, die beide nicht größer als 5 cm werden. Große Tiere kann man keinesfalls im Aquarium halten, da sie viele Mitbewohner (zum Beispiel Röhrenwürmer und verschiedene Stachelhäuter) anfallen.
Dez 2009
Mitraschnecken gehören, ebenso wie die Olivenschnecken, zur Überfamilie der Faltenschnecken (Volutacea), deren Gehäuse in früheren Jahren die Schränke unserer Groß- und und Urgroßeltern zierten. Die Gehäuse dieser Weichtiere sind lang gestreckt, und mehr als 600 Arten bevölkern die seichten Küstenzonen der tropischen Meere. Ähnlich unseren Apfelschnecken des Süßwassers verfügen sie über ein schnorchelartiges Gebilde, an dessen Ende der Mund sitzt. Mit diesem Rüssel suchen sie im Sand nach Futter, das aus Würmern und Weichtieren besteht. Beim fortbewegen im Sandboden halten die Tiere ihre Siphonen in die Wasserströmung außerhalb des Bodengrundes. Dabei handelt es sich um kurze, ebenfalls rüsselartige Witterungsorgane, mit denen sie schon aus größerer Entfernung Beutetiere aufspüren können. Mitraschnecken sind zum Teil mit sehr wohlklingenden volkstümlichen Namen belegt: Kardinalsmütze (Mitra cardinalis), Bischofsmütze (Mitra mitra und Mitra episcopalis) oder Papstkrone (Mitra papalis), die mehr oder weniger in die wissenschaftliche Namensgebung übernommen wurde. Die Punkte und Flecke, die bei diesen Schneckenhäusern auf weißlichem Grund stehen, sind gold- bronzefarben oder rötlich orange. Ebenso verhält es sich mit den Spirallinien, wie sie bei Mitra imperialis und Mitra puncticulata zu erkennen sind. Die Länge der Gehäuse schwankt bei ausgewachsenen Tieren zwischen 5 und 14 cm. Ihre hauptsächliche Verbreitung liegt im Indopazifik.
Dez 2009
Olivenschnecken ernähren sich ebenfalls von Fleisch. Sie sind jedoch nicht so räuberisch wie die Kegelschnecken. Man kann ihren Appetit durch zusätzliche Gaben von Muschelfleisch in Grenzen halten. Im Aussehen machen besonders die dunklen Gehäuse einiger Tiere dem Namen (Familie Olividae) alle Ehre. Bei einigen der mehr als 300 Arten treten sehr unterschiedliche Farbvarianten innerhalb der Arten auf, die geographisch bedingt sind. Auch sie haben einen Mantel, wie wir ihn von den Porzellanschnecken kennen, doch bedeckt seine Haut nur einen Teil des unteren Gehäuses. Olivenschnecken leben überwiegend im Boden verborgen. Sie bleiben im allgemeinen kleiner. Eine der größeren Arten stellt sich mit der Zelt-Olive (Oliva porphyria) vor, die bis etwa 12 cm Gehäuselänge erreicht und braun-beige gefärbt ist. Bei der Orangemund-Olive (Oliva sericea) kommt es zu der erwähnten Vielzahl an Standortvarianten vom einheitlichen Dunkelbraun über ein Netzmuster bis zu einem dunkelbraunen Streifenmuster. Die Oliva gibbosa hat auf weißem und beige farbigen Grund ein Muster aus dunkelbraunen Zickzacklinien. Alle Olivenschnecken werden besonders im Gebiet der Philippinen stark gesammelt, kommen jedoch selten in unsere Aquarien. Die Gehäuse sind begehrte Sammlerstücke.
Dez 2009
Conidae leben in der Mehrzahl in tropischen Meeren. Von den etwa 400 Arten kommen die meisten im Indopazifik vor, und unter ihnen gibt es ausgesprochene Riesen von über 30 cm Gehäuselänge. Allerdings befindet sich in dieser Gruppe auch die wohl berühmteste unter den Schnecken, Conus gloria-maris, eine Rarität, von der man bis heute erst etwa 70 Gehäuse gefunden hat. Das 10 – 14 cm lange, gestreckte Haus erinnert in seiner Zeichnung an Conus textile. Solche Exemplare können bei Versteigerungen Preise von mehreren Tausend Euro erzielen.
Konusschnecken sind mit Vorsicht zu genießen, solange das Tier mit bloßen Händen angefasst wird. Die Schnecken sind zum Beute machen mit einem Giftstachel ausgerüstet, den sie aus der spitzen, offenen Seite ihres Gehäuses heraus katapultieren können. Er wirkt mit seinem Widerhaken wie eine Harpune und ist an seinem hinteren Ende mit einer Giftdrüse verbunden. In der Übersetzung des Namens Toxoglassa für diese Überfamilie müsste man von einer “Giftzünglerin” sprechen, was in der Tat dem Verhalten dieser Raubschnecke entspricht.
Trotz dieser geschilderten Unliebsamkeiten handelt es sich bei den Konusschnecken um Weichtiere mit ausgesprochen schönen Gehäusen. Nicht alle werden zu Riesen. Eine der bekanntesten Arten ist Conus litteratus, die ausgewachsen, eine Länge von etwa 14 cm erreicht. Sie ist in diesem Zustand für ein normales Aquarium schon zu groß, jedoch werden zur Haltung nur Jungtiere eingeführt, die etwa ein Drittel dieser Größe haben. Die wunderschöne dunkelbraune Conus marmoreus mit den beige-perlmuttern schimmernden Punkten wird etwa 10 cm groß. Die gleiche Größe erreicht Conus textile, bei der auf weißem Grund ein Muster aus rötlich braunen Flecken und dunkelbraunen Linien liegt. Um die Hälfte länger dagegen werden die beiden wunderschönen Arten Conus aulicus und Conus geographus bei denen braun-beige bzw. braun-goldene Töne vorherrschen. Kegelschnecken können ja eine wirklich goldene Färbung haben, wie die Art Conus generalis (die Generals-Kegelschnecke) beweist. Bei ihr sind die beiden mittleren breiten Bänder regelrecht goldfarben, wogegen die dunkelbraunen Linien des übrigen Gehäusemusters auf rein weißem Grund stehen. Die Art wird bis zu 8 cm lang. Alle bisher eingeführten Arten stammen aus dem indopazifischen Raum. Zwei etwas zarter getönte Arten, bei denen das braun-beige Muster aus weißem, aber perlmutterfarbenen Grund steht, Conus genuanus und Conus mercator, stammen aus dem Bereich der westafrikanischen Küsten. Bei der Anschaffung solcher Kegelschnecken soll man bedenken, dass sie zu den Räubern gehören und sich nur im Jugendstadium noch verhältnismäßig “anständig” benehmen.