In der Ordnung Aulodonta (Familie Diadematidae) sind die Diademseeigel zusammengefasst. Man findet diese stichgefährlichen Pfleglinge in allen tropischen und subtropischen Meeresgewässern. Trotzdem hält sich der Import in Grenzen, weil hierbei schon ein Problem beginnt: Wie verpacken? Die langen spitzen Stacheln haben im Nu mehrere Plastikbeutel zerstochen. Das zweite Problem liegt bei den Aquarianern selbst. Sie müssen bei der Beckenpflege sehr aufmerksam hantieren. Seeigel kriechen auch die Aquarienwände hinauf, und wer bei der Aquarienreinigung mit Schwamm oder Stielreiniger hin und her fährt, kann sich beim übersehen eines Igels an der Seitenwand empfindlich stechen. Meist brechen die Stachelenden sofort ab und sind nur schwer wieder aus der Wunde zu entfernen. Man verfährt beim Umsetzen so, dass man die Igel in einem Marmeladenglas herausfängt und mit Wasser in die neue Behausung gibt. Diademseeigel leben im Meer überwiegend auf dem Bodengrund, wo sie sich zu größeren Gruppen zusammen tun. Sie laufen dabei mit Hilfe ihrer kürzeren Stacheln und stellen einem möglichen Feind so gleich abwehrend ganze Stachelfronten entgegen. Auf der oberen Körpermitte zirkuliert dabei meist ein “Auge” (wie es zumindest von vielen Beschauern angenommen wird) – das in Wirklichkeit nichts anderes als das Ende des Verdauungstraktes ist.
Zu den gut haltbaren Arten gehören die Bewohner des indopazifischen Raumes Diadema setosum und Diadema saxatile. Während der erstgenannte lange, schwarze Stacheln hat, zeigt die zweite Art einen rötlichen Körper mit orangeroten Stacheln, die jedoch nicht die Länge von Diadema setosum aufweisen, aber immer in vertikal getrennten Partien zusammengedrückt erscheinen. Zudem ziehen sich eine Reihe von leuchtend blauen Flecken über den Körper – eine der attraktivsten Diademseeigel-Arten. Aus dem karibischen Raum sowie aus den Gewässern des westlichen und mittleren Atlantiks stammt die Art Diadema antillarum, deren Körper dunkel ist, die Stacheln jedoch eine violett-weiß geringelte Querstreifung aufweisen. Stichverletzungen von dieser Art schmerzen besonders stark. Schließlich sei noch die Art Diadema longispinus erwähnt, die die flachen Küstenzonen des Mittelmeeres sowie des östlichen Atlantiks bevölkert. Sie lassen sich durch gelegentliche Futtergaben von Muschelfleisch oder einer toten Futtergarnele zusätzlich füttern.
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Dez 2009
Dez 2009
Seeigel der verschiedenen Ordnungen, Familien und Gattungen kann man in neuester Zeit und bei besserer Technik besser halten, als das noch in früheren Jahren der Fall war. Die meisten von ihnen sind abhängig von reichlich Algenwuchs, wobei mit Vorliebe nicht die langen Grünalgen, sondern die kurz bleibenden Arten an Steinen und Aquarienwänden regelrecht abgeerntet werden. Zum Glück wachsen diese Algen sehr schnell nach, wenn ausreichend Licht und genügend Sauerstoff an diese Stellen gelangt. Obgleich man den Igeln ihre Verwandtschaft zu den Seesternen nicht auf den ersten Blick ansieht, wird doch bei genauerem Hinsehen erkennbar, dass bei den Igeln die fünf Strahlen, die bei den Sternen die Arme bilden, mit den Spitzen derart hochgenommen wurden, dass sich eine Kugel bildet. Diese Fünfstrahligkeit lässt sich bei vielen Arten noch an der Anordnung der Füßchenreihen erkennen, die ja bei diesem “Rückwärtsbiegen” nach außen gelangten. Das Igelskelett besteht aus schalenartig angeordneten Platten, die zu einer festen Kugel miteinander verbunden sind. Die meist abgeflachten Skelette zeigen an ihrer Ober- und Unterseite Öffnungen, die als Eingang (unten) und Ausgang des Verdauungstraktes dienen. Zwischen den Stacheln sitzen neben den Füßchen kleine, gestielte Greifzangen, die so genannten Pedicellarien, die wir schon von einigen Seesternarten (Zangensternen) kennen. Bei einigen Arten sind diese Pedicellarien mit Giftdrüsen ausgestattet. Der Kauapparat befindet sich mit seinen fünf Zähnen um den Mund angeordnet und wird als “Laterne des Aristoteles” bezeichnet.
Seeigel gehören in einem gut geführten Aquarium zu den haltbarsten Bewohnern, sofern sie entsprechende Bedingungen vorfinden: Licht, Luft und keine Feinde, die ihnen nachstellen. Sie sind im Grunde anspruchslos, wie man sieht, denn diese Bedingungen könnten für alles Leben im Aquarium gelten, nur halten Fische und einige andere Wirbellose bei Störungen des Milieus eher aus, wogegen Seeigel in solchem Fall ihre Stacheln verlieren und bald darauf ihr Leben.
Dez 2009
Schlangensterne gehören in die Klasse Ophiuroidae. Ihr Körper ist streng von den fünf Armen getrennt. Diese Arme können schlangenartig durchgebogen werden, was dem Tier zu größerer Beweglichkeit verhilft. Sie brechen bei unvorsichtiger Handhabung des Pflegers allerdings auch leicht ab. Trotzdem sind Schlangensterne nicht so empfindlich, wie man gemeinhin annimmt. Sie leben tagsüber meist versteckt unter Steinen und spazieren erst nach Abschaltung des Lichtes im Aquarium umher. Bei der Futteraufnahme sind sie nicht sonderlich wählerisch und fressen vielerlei fleischliche Kost, die sie mit ihrem sternförmigen Mund aufnehmen. Will man sie zur normalen Tageszeit direkt füttern, muss man zuerst einmal ihren Ruheplatz ermitteln. Das ist nicht immer leicht, da sie sich ja versteckt haben. Legt man allerdings ein Futterstück in die Nähe dieses Verstecks, so können sie nicht widerstehen und erscheinen bald darauf, um die Nahrung aufzunehmen. Im Wirbellosenaquarium können sie sich gelegentlich auch an kleineren Muscheln oder Seeigeln vergreifen, doch kommt das bei zusätzlicher Fütterung nur in Ausnahmefällen vor. Von den verschiedenen eingeführten Schlangensternarten kommen auch einige aus dem mediterranen und atlantischen Raum wie etwa Ophioderma longicauda und der ähnliche Ophiomyxa pentagona, die beide bei guter Ernährung eine stattliche Spannweite von über 20 cm erreichen können. Daneben werden viele tropische Arten, die sich kaum bestimmen lassen, eingeführt. Die meisten von ihnen sind graubraun bis braun gefärbt, einige sind aber auch etwas bunter. Ausgewachsene Tiere der erwähnten Spannweite sollte man nur unter besonderen Vorkehrungen pflegen, da sie natürlich auch einmal in ihren Futteransprüchen “aus der Rolle fallen” und einen Mitbewohner überwältigen können.
Dez 2009
Zangensterne gehören in die Ordnung Forcipulata. Sie sollen abschließend nur der Ordnung halber erwähnt werden. Ihren Namen verdanken sie den kleinen Zangen, die hauptsächlich an der Körperunterseite zwischen den Kalkstacheln sitzen. Die nachtaktiven Sterne leben tagsüber meist versteckt. Sie haben viel mehr Arme als die übrigen Seesternarten und sind ausgesprochene Räuber, die nach der Art der anfangs vorgestellten Kammsterne ihr Opfer überfallen. Auch wenn sie wegen ihrer Vielarmigkeit interessante Pfleglinge zu sein scheinen, haben sie in einem Wirbellosenbecken nichts zu suchen.
Dez 2009
Linckiidae nennt man die Verwandten aus der Familie der Reihenpapillensterne. Als “besonders erfolgreich” bei der Besiedlung unserer Aquarien kann man wohl den Blauen Seestern, Linckia laevigata ansehen. Ähnlich gefärbt ist Linckia pacifica. Diese Sterne ernähren sich überwiegend von Lebewesen der Mikrofauna und Detritus (abgestorbenem organischem Material). Bei günstiger Position des Sternes kann man ihm auch gelegentlich Futtertabletten anbieten. Weitere, leider nur gelegentlich eingeführte Arten sind Linckia colombiae aus dem Ostpazifik und der weit in tropischen Meeren verbreitete violette Linckia guildingi. Dieser Art in Form und Färbung recht nahe kommt der aus dem Atlantik und dem Mittelmeer bekannte dunkel violette Stern Ophidiaster ophidianus. Er hat völlig runde Arme und lässt sich in nicht zu warmen Becken gut pflegen. Besonders attraktiv und ebenfalls in der Form recht ähnlich ist der bunt gefleckte Leiaster leachi, der vom Pazifik bis zur ostafrikanischen Küste verbreitet ist und sicher größere Verbreitung hätte, wenn man die Tiere öfters importieren würde. Die Tiere halten in alt eingerichteten Becken gut aus wie Linckia laevigata. Der Stern ist mit einer Schleimhülle umgeben, was beim ersten Umgreifen unangenehm wirkt. Die gelegentlich eingeführten und recht variablen Exemplare von Nardoa variolata lassen schon vom Namen ihre verschiedenartige Färbung und Musterung erkennen. Dabei ist ihre plastische Form, verbunden mit einer meist rot-beige-farbigen Grundfärbung, über der ein rotes oder dunkelbraunes Ringmuster liegt, in Verbindung mit den grazilen Armen auch ohne grellbunte Färbung attraktiv. Nardoa variolata ist ein ausdauernder Pflegling, der in jedem Wirbellosenbecken gehalten werden kann. Er lässt seine Mitbewohner ungeschoren und vergreift sich selbst an Muscheln nicht, bei denen viele Sterne nicht widerstehen können. Der aus dem Indopazifik stammende Stern lässt sich aber gut zusätzlich mit TetraTips ernähren, was aber in der Regel nicht notwendig ist, da die Tiere in den meisten Becken genügend totes Futter finden. Mit Rotmeer-Transporten erscheint mitunter der rostbraune Fromia ghardaquana auf dem Markt, der in seiner Färbung bis in kräftige Rot-Töne hinein variieren kann. Bei diesem Stern verbreitern sich die Arme zur Körpermitte hin und sind auch in ihrem Querschnitt eher flach als abgerundet. Die Tiere sind nicht ganz so ausdauernd und nach meiner Erfahrung eine bevorzugte Beute der Kissensterne – falls man es unvorsichtigerweise dazu kommen lässt.
Dez 2009
Zu den Kissensternen gehören die folgenden eingeführten Arten: Pentaceraster tuberculatus, ein grüner Stern mit gelblichen Höckern, der bis zu 20 cm groß wird; Protoreaster lincki, der bekannte rotgrau oder rotblau gemusterte Stern, der u.a. vor der ostafrikanischen Küste in großen Mengen zu finden ist; Choriaster grannulatus, ein dicker, leicht rundarmiger Kissenstern von weißer Grundfärbung und mit leuchtend rot-orange-farbenen Flecken über der Körpermitte, der über 30 cm groß werden kann. Oreaster nodosus erinnert in seiner Färbung etwas an Protoreaster lincki, doch sind seine hellen Felder in stärkerem Blau getönt. Von der pazifischen Seite gelangt in letzter Zeit, zusammen mit Hawaii-Importen, der wunderschöne Pentaceraster mammillatus zu uns, ein blauschwarzer Stern mit leuchtend roten Höckertupfen. Unsympathisch, weil plump und ohne Arme, sind die fünfeckigen Kissensterne Culcita schmideliana, der auf ockergelbem Grund ein Muster aus tief schwarzen erhabenen Punkten zeigt und der rote Culcita novaeguineae. Die giftige Dornenkrone, Acanthaster planci, hat als Zerstörer von ganzen Riffabschnitten Geschichte gemacht. Die Tiere ernähren sich überwiegend von Korallenpolypen, und wenn sie eine Korallenriffzone “bearbeiten”, hört bald jedes Leben von Polypen in diesem Stück auf. Zum Glück für viele nicht vollständig informierte Aquarianer werden diese Tiere nur selten eingeführt, so dass sich eine Besprechung erübrigt.
Die Haltbarkeit der Sterne aus der Familie Echinasterdiae wird unterschiedlich bewertet. Viele von ihnen halten sich nur wenige Tage und sterben aus Mangel an geeignetem Futter, über das jedoch niemand geeignete Angaben machen kann. Andere lassen sich gut halten, entwickeln jedoch auch bald ein räuberisches Leben. Viele dieser Problemtiere sind auffallend rot gefärbt, werden leider immer wieder eingeführt, um dann bald als ein Häufchen stinkender Masse in den Händlerbecken herumzuliegen.
Dez 2009
Seesterne muss der Aquarianer in zwei Gruppen unterteilen: a) die räuberischen und b) die nicht (oder fast nicht) räuberischen Arten. Zu den räuberischen Sternen, die keinesfalls für ein Wirbellosenaquarium geeignet sind (mögliche Ausnahmen: ausgesprochene Jungtiere von etwa 5 – 7 cm Größe, die aber noch genügend Unheil anstiften können) gehören die Kammsterne (Familie Astropectinidae), die häufig eingeführten Kissensterne (Familie Oreasteridae) und die seltener eingeführten Dornenkronen (Familie Acanthasteridae). Nicht räuberisch, da sie überwiegend Algen, Mikrofauna und Detritus fressen, sind die vielen bunten Mitglieder der Familie der Reihenpapillensterne (Linckiidae). Wie schon bei der Besprechung der Stammesmitglieder angeführt, bewegen sich auch die Seesterne mit Hilfe ihrer Saugfüßchen fort. Diese sitzen in zwei Ambulacralrinnen, welche bei eingezogenen Füßchen geschlossen werden können, um so einem Angriff besonderer Feinde zu widerstehen. Hier setzen meist die kleinen Harlekingarnelen, die ja mit Vorliebe bestimmte Seesterne der Familie Linckiidae überfallen, ihre Scherenwerkzeuge an, um die Rinnen zu öffnen. In der Körperbasis der Füßchen befinden sich die Ampullen. Sie pumpen das Wasser in diese kleinen Gefäße und sorgen damit für ihre verschiedenen Funktionen. Die Pedicellarien sind mit kleinen Greifern ausgerüstet. Der Mund liegt bei den Sternen auf der Körperunterseite. Er hat jedoch nur eine bedingte Funktion, da Seesterne in der Lage sind, ihren Magen auszustülpen, mit dem sie die Nahrungsteile umhüllen, zersetzen und einsaugen oder gleich außerhalb des Körpers verdauen. Das kann man leicht auch im Aquarium feststellen, wenn nämlich falsche Tiere miteinander vergesellschaftet werden und räuberische Seesterne die friedfertigeren überfallen. Das geschieht meist bei Dunkelheit, wobei der größere Raubstern sich über das Opfer legt, damit er nicht flüchten kann. Am anderen Morgen findet man dann nur noch die schlabbrigen Reste der Beute, auf der meist noch der Räuber sitzt. Man muss sie schnellstens entfernen, da sie das Wasser verpesten würden.
In besonderer Weise gilt der Appetit der Räuber aber Schnecken und Muscheln. Die meisten haben keine Chance, wenn der Stern sie erst einmal erreicht hat. Der Stachelhäuter legt sich über sie und zieht mit Hilfe der Saugapparate ganz allmählich die schützenden Schalen zur Seite bzw. auseinander, um dann wieder seinen ausgestülpten Magen in Aktion zu setzen. Kann die Muschel flüchten, ist sie vorerst gerettet. Das geht im Aquarium jedoch nur eine Zeit lang gut.
Natürlich kann man Seesterne aller Art auch mit Ersatzfutter ernähren. Die Mitglieder der Familie Linckiidae benötigen keine Zusatzkost, weil sie sich, besonders in alt eingerichteten Aquarien mit gutem Bewuchs, ihr Futter selber suchen. Die meist gepflegten Arten der räuberischen Sterne – der Familie der Kissensterne angehörend – dagegen nehmen Fisch- und Muschelfleisch (auch ganze lebende Miesmuscheln) und sogar Futtertabletten.
Dez 2009
Seegurken erfreuen sich in letzter Zeit, insbesondere nach Einführung der wunderschönen Cucumaria tricolor zunehmender Beliebtheit, da sie auch in größeren Becken ohne zusätzliche Fütterung gut aushalten. Ihre ledrige Haut ist von fünf Radienreihen überzogen, die mit Saugfüßchen überzogen sind. Der gurkenförmige Körper ist elastisch und an spitz zulaufenden Vorder- und Hinterenden mit Mund- und Afteröffnung versehen. Die vordere Mundseite ist an einem mehr oder weniger kleinen Tentakelkranz zu erkennen, mit dem die Tiere vorüber treibende Nahrung zu erbeuten suchen. Nicht alle Arten haben eine symmetrische Form und ein so elegantes Äußeres, wie die erwähnte dreifarbige Seegurke. Viele Arten haben einen weitaus plumperen, unterseits abgeflachten Körper und vor allem eine wenig ansprechende Farbe. Von den schöneren und farbigeren Arten sind in erster Linie die tropischen Vertreter der Gattung Cucumaria (Ordnung Denchirota) als Aquarientiere empfehlenswert, Arten, die sich als recht haltbar erwiesen haben. Neben der bereits erwähnten Cucumaria tricolor finden wir bei gelegentlichen Transporten von der US-Westküste (sog. Hawaii-Importe) Exemplare der Art Cucumaria miniata. Ihr Körper ist gelb, rotbraun oder braun gefärbt und ihre Tentakel sind ebenfalls blutrot. Die etwas verwildert aussehende Cucumaria quinquesemita stammt aus der gleichen Region, ist jedoch überwiegend weiß gefärbt und etwas schlanker in der Körperform.
Dez 2009
Haarsterne sind Planktonfresser, die nachts mit Hilfe ihrer gefiederten Arme das teilweise mikroskopisch feine Futter aus dem Meerwasser heraus zu fangen versuchen. Sie lieben eine weiche Wasserbewegung. Ihre Haltung ist entsprechend dieser Ernährungsweise nicht ganz einfach, und man soll versuchen, sie regelmäßig mit planktonähnlichem Futter, wie es bei dem Thema der Muschelfütterung beschrieben wurde, separat zu Beköstigen. Die Fortbewegungsweise der in der Klasse Crinoidae zusammen gefassten Tiere entspricht nicht der, wie wir sie von den meisten dickleibigen Seesternen kennen. Sie überklettern Hindernisse nicht mit Hilfe kleiner Saugfüßchen, sondern durch Benutzung der ganzen Arme, die sie wie zum Schreiten benutzen können. Bei anderer Gelegenheit vermögen sie auch durch Auf- und Abschlagen der bewimperten Arme durchs Wasser zu schwimmen. Breiten zu zum Futterfang alle Arme in die Strömung (was nur bestimmte Arten tun), so halten sie sich und ihre Scheibe durch so genannte Cirren am Riffgestein oder einem Korallenstück fest. Diese Cirren sind wie kleine, gebogene Haken entwickelt, die sich meist nach Art eines Greifers von allen Seiten um das Substrat legen. Haarsterne sind sehr zerbrechliche Tiere, die man sehr sorgfältig behandeln muss, wenn man sie aus dem Wasser nimmt. Nur zu leicht kann man ihnen Körperteile abbrechen, die dann mangels ausreichender Futtermenge und -art nicht mehr regeneriert werden können.
Dez 2009
Die Vertreter des Stammes Echinodermata besitzen eigentlich für den Meerwasseraquarianer den größten Reiz. In dieser riesigen Gruppe finden wir einen Teil der Tiere, die den Aquarianern ans Herz gewachsen sind: Seeigel, Seesterne und Seegurken. Die Mehrzahl von ihnen bewegt sich mit Hilfe von Saugfüßchen vorwärts. Diese Füßchen sind an ein Wassergefäßsystem angeschlossen und enden mit einer Saugscheibe. An ihrer Basis (am Körper) ist eine muskulöse Ampulle zwischengeschaltet, die bei Bedarf Flüssigkeit in das Füßchen einpressen kann. Der Rücklauf wird dann durch ein Ventil verhindert. Auf diese Weise ist es den Tieren möglich, sich auch über senkrechte Hindernisse, wie auch über die Aquarienscheibe, hinweg zu bewegen. Dabei werden die Saugfüßchen nur dann “in Betrieb” genommen, wenn sich das Tier wirklich anheften muss; im anderen Fall sitzt es nur lose auf. Diese Füßchen sind um so empfindliche, je länger sie werden. Bei den Seeigeln müssen sie ja noch seitlich an den Stacheln vorbei und werden zeitweise besonders weit ausgefahren. Wer diese Tiere mit zu großer Gewalt und zu plötzlich von ihrem Substrat herunter reißt, beschädigt die Füßchen stark oder reißt sie ganz ab. Bei falscher Vergesellschaftung mit ständig zupfenden Fischen kann es ebenfalls vorkommen, dass diese Füßchen abgebissen werden. Das ist besonders beim Einsatz von Chaetodontiden der Fall. Stachelhäuter sind für viele Fische ein besonderer Leckerbissen. Besonders hoch im Kurs stehen die Seeigel, deren Körper inneres eigentlich von allen Fischarten als Delikatesse geschätzt wird. Natürliche können nicht alle Fische an die Igel herankommen. Der Stachelwall schützt ihn. Arten jedoch, die mit einem besonderen Gebiss ausgestattet sind, “knacken” die Festung, indem sie entweder die Stacheln abbeißen, bis sie an den Körper gelangen (Igelfische, Kofferfische, Kugelfische, Papageienfische) oder einige Stacheln vorsichtig ins Maul nehmen und den Igel auf den Rücken zu legen versuchen, um so an die weniger stachlige Unterseite zu kommen, in die sie dann einfach hinein beißen (Drückerfische). Von einem derartigen Zusammenbringen in einem Aquarium muss also abgeraten werden, aber im übrigen die angeführten Fische generell in einem Wirbellosenbecken nichts zu suchen haben.